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Perlhühner sind einfach anders,

Schon die Eier sind es und weckten bei unserem ersten Besuch 2016 bei der bayerischen Verwandtschaft unser Interesse.

Ein Jahr später, beim erneuten Besuch und dem Angebot doch ein paar Eier mitzunehmen, konnten wir nicht wiederstehen.

Werner fest davon „besessen“ diese mit dem Brutkasten zu Perlhühner auszusitzen und Anita „aufwandsreduzierend“ mit der Absicht daraus einen Kuchen zu machen, „übersiedelten“ 4 Eier zu uns nach Ströblitz.

So schnell konnte Anita nicht schau‘n, war der Brutkasten reaktiviert und die 4 Eier ihrem Schicksaal übergeben! Statt im Kuchen sollten sie doch zu Küken heranzuwachsen.

Schon die Brutzeit die bei unseren Haushühnern rund 21 Tage dauert, benötigt bei Perlhühnern zwischen 26.-30. Tage. Auch die durchschnittliche Kunstbrut/Temperatur liegt bei Perlhühner um rund 0,5 °C höher als bei Haushühnern.

Hätten wir vorher gewusst dass ohnehin nur ein Ei von den vieren befruchtet war, hätte es Kuchen und „Biskuit“ so nennen wir unser süßes Einzelkindküken, gegeben.

Aber warum schreien Perlhühner so viel?

Diese Frage beschäftigte uns schon vorher.

Fehler bei der Haltung sind das Verhältnis Hennen zu Hahn. Im Gegensatz zu unseren Haushühner bevorzugen Perlhühner die Paarbindung, innerhalb einer Gruppe.

Unverpaarte Hennen – was sie sind wenn ein Hahn mehr als 1-2 Hennen hat – lassen ständig ihren Verlassenheitsruf ertönen lassen.

Doch auch bei einer Haltung von 1:1 ist nicht immer Ruhe im Haus, da ist es der Hahn, der nach Reviernachbarn  ruft, um Wachfunktionen anzufordern.

Was soll‘s immer noch besser als Verkehrslärm oder Fabrikmaschinen!!

Aufgrund seiner relativ kurzen Geschichte als Haustier zeigen Perlhühner noch viele Verhaltensweisen ihrer wildlebenden Verwandten. zB  durchstreifen sie gern weite Gebiete und sie legen ihre Eier gern im Freien.

Schau ma mal, wie wir zu den Perlhühnern passen, Unser Biskuit“ bekommt, sobald wir feststellen können ob Bub oder Mädchen, auf jeden Fall ein nettes anderes Geschlecht dazu.

Geschlechtererkennung:

Henne: Helm flach angesetzt, niedriger, vom Ansatz aus nach hinten gerichtet weiße Halshaut weiter herabreichend waagrechte Haltung Körper lang wirkend Ruf zweisilbig „glockaacht“ Kehllappen anliegend

Hahn: Helm breit angesetzt, steil Nasenlöcher aufspringend Körper kurz wirkend Ruf dreisilbig „tscheckereckeck“ Kehllappen gerollt

 


Mein Interview mit einem Perlhuhn

Werner: Frau Perlhuhn wo kommen Sie denn eigentlich her?

Frau Perlhuhn: Ursprünglich kommen wir aus den heißen Gegenden Afrikas. Wir haben uns aber hier schon seit Jahrhunderten akklimatisiert. Also mit diesen kalten Wintern haben wir absolut kein Problem.

Werner: Was ist denn nun so das Besondere an Ihnen?

Frau Perlhuhn (leicht entrüstet): Also sieht man das denn nicht? Wir haben ein wunderschönes leuchtendes Federkleid mit ganz vielen weißen Perlen drauf. Außerdem schauen Sie doch meinen Kopf an. Wir haben keinen fleischigen Kamm wie diese Hühner, unser Kopfschmuck ist ein festes Knochengebilde. Klar bei unsern Männern ist das noch größer ausgebildet als bei uns Damen. Und sehen Sie meine beiden leuchtend roten Kehllappen? Die sind ganz fest mit einer zarten Wachsschicht drüber. Es gibt aber mittlerweile auch Perlhühner mit reduzierter Perlung, auch sehr apart, muss ich sagen.

Werner: Wie und wo leben Sie denn?

Frau Perlhuhn: Im Prinzip könnten wir bei jedem Geflügelhalter leben, wir stellen keine großen Ansprüche. Am liebsten haben wir unsere Ruhe, streifen tagsüber gerne in Gruppen durchs Gelände und  suchen uns Leckereien wie Insekten und Samen. Wenn wir wissen, dass für uns auch Körner im Stall bereit stehen, kehren wir auch abends gerne dahin zurück. Ich habe auch von Perlhühnern gehört, die rein in Volieren leben und damit gut zurecht kommen.

Werner: Wie muss denn so ein Stall aussehen, damit sie ihn mögen?

Frau Perlhuhn: Da stellen wir auch keine großen Ansprüche. Zugluft und Nässe mögen wir nicht, und ganz besonders toll finde ich es, wenn ein paar dunkle Ecken zur Verfügung stehen, wo ich meine Eier hinlegen kann. Ach ja, wir sitzen gerne hoch. Daher wäre es schön, wenn die Sitzstangen nahe unter der Decke angebracht sind.

Werner: Frau Perlhuhn! Über Sie gibt es ja viele Vorurteile, ist Ihnen das bekannt?

Frau Perlhuhn: Das stimmt leider. Ich weiß leider auch nicht wie das kommt. Sicher daher, dass Menschen einfach Sachen auf uns übertragen, die sie von anderswoher kennen, ohne sich aber mit uns auseinander zu setzen.

Werner: Können Sie uns da ein paar Beispiele nennen?

Frau Perlhuhn:  Sehen Sie, Herr Mensch, da ist z.B. diese Behauptung wir würden ständig schreien und das ziemlich laut. Nun ja, es ist halt so, dass wir von Natur ausgewohnt sind Paarweise zu leben. Daher möchte ich mir einen Hahn ungern mit einer anderen Henne teilen, allenfalls noch mit ein bis zwei guten Freundinnen. Aber was sollen denn die armen Dinger machen, die an vierter oder vielleicht gar achter Stelle stehen? Sie rufen natürlich nach einem andern Kerl, weil sie sich verlassen und ungeliebt fühlen. Wir sind nun mal keine Hühner und mögen es nicht, wenn wir uns zu zehnt einen Hahn teilen sollen. Dafür sind unsere Hähne aber in der Gruppe viel verträglicher als bei den Hühnern.

Werner: Wie ist das denn mit dem Gerücht, dass Sie Ratten, Marder und Habichte vertreiben?

Frau Perlhuhn: Nun, ja (schluckt leicht): das stimmt so nicht ganz. Wir mögen zwar diese Räuber nicht, aber wir können sie leider auch nicht vertreiben. ABER: Wir sind sehr aufmerksam, besonders in größeren Gruppe, halten immer 2 bis 3 von uns Wache, und wenn etwas Ungewöhnliches passiert, dann machen wir ein großes Spektakel, in der Hoffnung, so den Räuber zu vertreiben oder dass Hilfe kommt. Leider versteht ihr Menschen unseren Hilferuf nicht immer, sondern seht nur, dass wir schreien und könnt den lauernden Kater im Gebüsch nicht sehen.

Werner: Sie gelten ja allgemein als zänkisch und gehässig!

Frau Perlhuhn: Das ist auch wieder typisch. Wie ich schon sagte, wir leben gern in Gruppen und bleib gern für uns. Wenn man uns aber mit ordinären Hühnern auf engem Raum hält, dann versuchen eben unsere Hähne, diese Fremden auf Abstand zu halten. Oder wie reagieren Sie denn, wenn man Sie mit ihrer Familie auf eine enge Koppel voller Rindviecher stellt? Sie versuchen doch auch Ihre Familie zusammenzuhalten und die Rindviecher auf Abstand. Wir tun nichts anderes. Was ich damit sagen will, wenn wir genug Raum haben, um uns zurückzuziehen und unter uns zu bleiben, dann sind wir sehr verträglich.

Werner: Welchen Vorteil hätte denn ein Geflügelliebhaber von Ihnen?

Frau Perlhuhn: Nun, diese erwähnte Wachfunktion sollte doch eigentlich schon genügen. Aber wir legen auch sehr schmackhafte Eier, mehr als wir sowieso bebrüten können. Wir bringen Leben in die Bude und sind nicht langweilig, wenn man sich mit uns beschäftigt. Unsere Federn kann der Mensch auch zu vielerlei Schmuck verarbeiten. Da wir noch sehr ursprünglich sind, haben wir mit Krankheiten nur sehr wenige Probleme, Wir sind eine sehr robuste Art!

Werner: Ich habe auch gehört, dass Ihresgleichen vorzüglich schmeckt.

Frau Perlhuhn (entrüstet): Also davon will ich nichts gehört haben. Aber andererseits (gibt sie kleinlaut zu)  sind wir nicht umsonst gerade bei den Sterneköchen sehr beliebt.

Werner: Frau Perlhuhn, was wünschen Sie sich von der Zukunft? Frau Perlhuhn: Eigentlich nur, dass sich mehr Menschen mit uns beschäftigen und uns besser verstehen, und dass sich die Politiker aus unserm Leben raushalten

Werner: Ich danke Ihnen für das Interview Frau Perlhuhn.

Frau Perlhuhn: Gern geschehen, wenn Sie noch mehr wissen möchten, wenden Sie sich einfach an den mich oder dem Sonderverein Deutscher Puten- und  Perlhuhnzüchter der auch die Basis dieses netten Interviewsauf seiner Internetseite hatte. DANKE


 
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